Die Südroute der Straße der Romanik


Eine Sachsen-Anhalt Karte zeigt den Verlauf der Straße der Romanik.

Die Höhepunkte auf der Südroute der Straße der Romanik

Die Südroute der Straße der Romanik wartet mit einer Fülle an Schätzen romanischer Architektur und Kunst auf. Sie nimmt - genau wie die Nordoute der Straße der Romanik - ihren Ausgangspunkt in Magdeburg. Von hier aus verläuft sie zunächst in südwestlicher Richtung durch die Börde ins Harzvorland. Höhepunkte auf diesem Abschnitt der Straße der Romanik sind die Stiftskirche St. Pankratius in Hamersleben (30) mit ihrem reichen Bauschmuck, der Halberstädter Dom St. Stephanus (33) mit seinem teils romanischen Domschatz, die Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg (38) mit Domschatz sowie die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode (39) mit der ältesten Nachbildung des Grabes Christi deutschlandweit.

Die Straße der Romanik führt in ihrem weiteren Verlauf in Richtung Süden an der hervorragend erhaltenen und einst besonders wehrhaften Burg Falkenstein (41) vorbei ins Mansfelder Land. Im Süden Sachsen-Anhalts liegt dicht an dicht eine Vielzahl von kulturellen Höhepunkten, darunter die Burg Querfurt (50) mit dem Bergfried „Dicker Heinrich“, die Krypta Memleben (51) mit dreischiffigem Kreuzgratgewölbe, sowie der Naumburger Dom (55) mit Stifterfiguren und Domschatz.

Über Halle an der Saale (60) führt die Straße der Romanik schließlich zurück nach Magdeburg.


Die interaktive Karte der Straße der Romanik

Entdecken Sie auf unserer interaktiven Karte die 40 Orte entlang der Südroute der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt. Oder Sie lassen sich von der übersichtlichen Listenansicht mit Ortsnamen zu den romanischen Objekten im Süden Sachsen-Anhalts führen.

Hinweis: Alle Objekte der Straße der Romanik nördlich und einschließlich der Landeshauptstadt Magdeburg finden Sie auf unserer interaktiven Karte zur Nordroute.


Der Süden der Straße der Romanik - Die interaktive Karte

Entdecken Sie den Süden der Straße der Romanik auf unserer interaktiven Karte!

So geht's:
Klicken Sie auf die einzelnen Nummern der Sachsen-Anhalt-Karte oder nutzen Sie die Listenansicht mit Ortsnamen, um mehr zu den Orten und Objekten entlang der Straße der Romanik zu erfahren.

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26 Wanzleben

Von der Landeshauptstadt Magdeburg führt die Südroute der Straße der Romanik zunächst zur Burg Wanzleben.

Burg Wanzleben

Bereits 896 erstmals urkundlich genannt, diente die Burganlage Wanzleben ursprünglich dem Schutz der Heerstraße zwischen Magdeburg und Hadmersleben. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg Wanzleben zu einem Wohnschloss umgebaut, das im 18. und 19. Jahrhundert weitere größere Veränderungen erfuhr. Der Bergfried aber bewahrt bis heute seine romanischen Mauern.
Die Burg ist heute Heimstatt einer Hotelanlage.

27 Seehausen (Börde)

Die Straße der Romanik verläuft durch die Magdeburger Börde und präsentiert mit der Kirche St. Paulus in Seehausen ein gut erhaltenes Objekt aus dem 12. Jahrhundert.

Kirche St. Paulus Seehausen

Die gut erhaltene Kirche St. Paulus in Seehausen aus dem 12. Jahrhundert besitzt nur ein Schiff. Es ist von gleicher Breite wie der Westturm. Eingezogen und niedriger erscheint der Chor und auch dessen Apsis. Das einstufige rundbogige Säulenportal an der Südseite des Schiffs bewahrt ebenfalls seine ursprüngliche romanische Gestalt.

28 Hadmersleben

Das nächste Ziel an der Straße der Romanik befindet sich mit dem Kloster und der Kirche St. Peter und St. Paul südlich von Oschersleben in der Ortschaft Hadmersleben.

Kloster und Kirche St. Peter und St. Paul Hadmersleben

Die ehemalige Klosterkirche St. Peter und St. Paul in Hadmersleben stammt im Wesentlichen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ihr ältester Bauteil ist die Unterkirche. Der dreischiffige Raum geht auf Vorgängerbauten des 10. und 11. Jahrhunderts zurück. Besonders wertvoll sind hier die auffallend gedrungenen Säulen mit Würfel- und Kelchkapitellen. Sie erheben sich auf jeweils einer Platte mit eckblattlosen Basen.

Grundriss der Klosterkirche St. Peter und St. Paul in Hadmersleben

Grundriss der Klosterkirche St. Peter und St. Paul in Hadmersleben

29 Klostergröningen

Ein besonders lohnenswerter Geheimtipp an der Straße der Romanik ist die Klosterkirche in Klostergröningen.

Klosterkirche St. Vitus in Klostergröningen

Der oktogonale romanische Vierungsturm der ehemaligen Klosterkirche St. Vitus in Klostergröningen entstand Anfang des 12. Jahrhunderts und gehört zu den frühesten noch erhaltenen Beispielen seiner Art. Die Basilika verlor im Laufe der Jahrhunderte beide Seitenschiffe. Die Arkadenbögen wurden vermauert. Die Kapitellplastik der im niedersächsischen Stützenwechsel angeordneten Säulen und Pfeiler stehen in unmittelbarer Nachfolge der Plastik von St. Servatii in Quedlinburg. Die 1170 eingebaute Westempore ist mit der Kopie eines bemerkenswerten romanischen Stuckreliefs geschmückt, dessen Original sich im Bodemuseum Berlin befindet.

Grundriss der Klosterkirche St. Vitus in Klostergröningen

Grundriss der Klosterkirche St. Vitus in Klostergröningen

30 Hamersleben

Von Klostergröningen vor den Toren Halberstadts macht die Straße der Romanik noch einen Bogen zur Stifkirche St. Pankratius in Hamersleben.

Stiftskirche St. Pankratius Hamersleben

Die hochromanische Basilika St. Pankratius in Hamersleben bewahrt nahezu unverändert ihre Raumformen, architektonische Gliederung und ihren reichen Bauschmuck. Die Kapitelle im Langhaus laden ob ihrer qualitätvollen und überaus vielfältigen Verzierungen geradezu zum längeren Betrachten ein. Das heutige Inventar der Hamerslebener Stiftskirche St. Pankratius ist vorwiegend in das 17. und 18. Jahrhundert zu datieren. Jedoch steht im südlichen Querhausarm mit dem reich ornamentierten Altarziborium (13. Jahrhundert) eines der ältesten seiner Art in ganz Deutschland.

Grundriss der Stiftskirche St. Pankratius in Hamersleben

Grundriss der Stiftskirche St. Pankratius in Hamersleben

31 Dedeleben

Auf ihrem kleinen Umweg nach Halberstadt unternimmt die Straße der Romanik noch einen Abstecher nach Dedeleben zum Wasserschloss Westerburg.

Wasserschloss Westerburg bei Dedeleben

Vermutlich die Regensteiner Grafen ließen um 1180 die kreisförmige Anlage zu einer ihrer stärksten Burgen ausbauen, aus der später das Wassserschloss Westerburg in seiner heutigen Gestalt hervorgehen sollte. Im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert, ist es heute vor allem der 32 Meter hohe Bergfried, der von seiner romanischen Entstehungszeit kündet. In der Westerburg lassen sich inzwischen Hotelgäste verwöhnen. Es werden aber Führungen angeboten.

32 Huysburg

Vor den Toren der Domstadt Halberstadt befindet sich das zur Straße der Romanik gehörende Benediktinerkloster mit der Kirche St. Maria Huysburg.

Benediktinerkloster und Kirche St. Maria Huysburg

Die dreischiffige kreuzförmige Basilika entstand zwischen 1084 und 1121. Sie vereint in sich früh- und hochromanische Architektur auf wirkungsvolle Weise. Die dreiflüglige Klausur dient als Lebensbereich eines Benediktinerkonvents. Im romanischen Saal des Refektoriums gesellen sich zur eigenen architektonischen Kostbarkeit romanische Exponate.

Grundriss der Kirche St. Maria Huysburg

Grundriss der Kirche St. Maria Huysburg

33 Halberstadt

Einen Höhepunkt auf der Südroute der Straße der Romanik bildet Halberstadt, das zwei bedeutsame Objekte der Straße der Romanik vorweist: die Liebfrauenkirche und den Dom St. Stephanus mit Domschatz.

Liebfrauenkirche Halberstadt

Die heutige hochromanische Pfeilerbasilika entstand unter Bischof Rudolph, der sie 1146 weihte. Etwa 1150 wurden die beiden Osttürme der Liebfrauenkirche angebaut. Insbesondere die Grundrissplanung ist von Hirsauer Baugewohnheiten beeinflusst. Zur Ausstattung der Halberstädter Liebfrauenkirche gehören wertvolle romanische Chorschranken mit sehr fein gearbeiteten figürlichen Stuckaturen (um 1210) sowie ein spätromanisches Triumphkreuz, eines der bedeutendsten in der Gruppe sächsischer Monumentalkreuze des 13. Jahrhunderts.

Grundriss der Liebfrauenkirche Halberstadt

Grundriss der Liebfrauenkirche Halberstadt

Dom St. Stephanus und Domschatz Halberstadt

Der heutige Halberstädter Dom ist eine hochgotische Kathedrale. Ihr romanischer Vorgänger, ihre Baugeschichte (besonders die erste Etappe) und nicht zuletzt ihr weltberühmter Schatz machen sie zu einem Höhepunkt auf der Straße der Romanik. Der 992 geweihte ottonische Dom, nach der Schlacht Heinrich des Löwen 1179 restauriert und verändert, musste ab 1239 allmählich dem prächtigen gotischen Bau weichen. Bewahrt blieben die eindrucksvolle hölzerne Triumphkreuzgruppe (um 1220) sowie der um 1195 gestiftete Taufstein. Kapitelsaal, Remter und Schatzkammer präsentieren eine der bedeutendsten sakralen Kunstsammlungen Deutschlands: den Halberstädter Domschatz.

Der Dom in Halberstadt

Dom St. Stephanus zu Halberstadt

Grundriss des Doms St. Stephanus zu Halberstadt

Grundriss des Doms St. Stephanus zu Halberstadt

34 Osterwieck

Von der Domstadt Halberstadt führt die Südroute der Straße der Romanik weiter nach Osterwieck zur Kirche St. Stephani.

Kirche St. Stephani Osterwieck

In wehrhaft strenger Form erhebt sich die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammende Doppelturmfassade von St. Stephani in Osterwieck. Ein Brand hatte 1511 die Klosterkirche stark beschädigt, woraufhin Langhaus und Chor neu errichtet werden mussten. Das Innere des romanischen Westbaus teilt sich in drei kreuzgratgewölbte Räume, die durch rundbogige Öffnungen miteinander verbunden sind. Der wertvolle Bronzetaufkessel stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Grundriss der Kirche St. Stephani Osterwieck

Grundriss der Kirche St. Stephani Osterwieck

35 Ilsenburg

Am Fuße des Brockens, dem höchsten Berg des Harzes, liegt Ilsenburg – Nationalparkort und Station an der Straße der Romanik.

Kloster und Klosterkirche Ilsenburg

Aus der Zeit 1078-1087 stammt die Klosterkirche Ilsenburg, die jedoch 1525 wesentliche Bauteile einbüßte. Vom zweitürmigen Westbau stehen heute noch der Stumpf des südlichen Turmes und ein Teil des Zwischenbaus mit großem sechsstufigen Säulenportal. Nach einem Brand 1120 entstanden die Klostergebäude neu. Sowohl der Kapitelsaal als auch das Refektorium sind heute nach aufwendiger Restaurierung Schmuckstücke romanischer Klosterarchitektur.

Romanisches Kapitell in Ilsenburg

Romanisches Kapitell im Kloster Ilsenburg

Refektorium im Kloster Ilsenburg

Blick in das Refektorium im Kloster Ilsenburg

Grundriss des Klosters Ilsenburg

Grundriss des Klosters Ilsenburg

36 Drübeck

Die Straße der Romanik führt nun am Nordrand des Harzes entlang zum Kloster Drübeck mit der Klosterkirche St. Viti.

Kloster und Klosterkirche St. Viti in Drübeck

Zwei große Bauabschnitte vereint die ursprünglich dreischiffige Basilika St. Viti im Kloster Drübeck: Entstehung der reichgestalteten Ostteile und des Langhauses im 10./11. Jahrhundert und Errichtung des Westbaus im 12. Jahrhundert - erstere in Bruchstein und letzterer in fugendichter Quaderbauweise. Unter den Ausstattungsstücken befindet sich eine spätromanische Taufe aus Kalkstein.
Die restaurierten Drübecker Klosteranlagen laden heute als evangelisches Zentrum zum Einkehren und Verweilen ein. Sie gehören auch zum Tourismusprojekt „Gartenträume Sachsen-Anhalt“.

Grundriss der Klosterkirche St. Viti in Drübeck

Grundriss der Klosterkirche St. Viti in Drübeck

37 Blankenburg

Vom Kloster Drübeck gelangt man der Straße der Romanik folgend zum Kloster Michaelstein bei Blankenburg.

Kloster Michaelstein Blankenburg

1147 gründete die Quedlinburger Äbtissin Beatrix II. das Kloster Michaelstein bei Blankenburg. Im Streit mit Herzog Georg von Sachsen verwüstete Wilhelm von Haugwitz 1533 die romanischen Gebäude, besonders die Klosterkirche. Die relativ gut erhaltene Klausur dient heute als Musikakademie für Bildung und Aufführungspraxis. Museumsbesucher können mittelalterliche Räume, die Musikausstellung KlangZeitRaum sowie die Ausstellung über Klostergärten und die beiden gepflegten Klostergärten selbst besichtigen.

Grundriss des Klosters Michaelstein Blankenburg

Grundriss des Klosters Michaelstein Blankenburg

38 Quedlinburg

Einen bedeutenden Höhepunkt auf der Südroute der Straße der Romanik markiert Quedlinburg mit der Stiftskirche St. Servatii und dem Domschatz. Ebenfalls Teil der Straße der Romanik ist die Quedlinburger Wipertikirche mit Umgangskrypta.

Stiftskirche St. Servatii und Domschatz in Quedlinburg

Nach bisherigen Erkenntnissen besitzt der heutige Kirchenbau St. Servatii in Quedlinburg, der zu den bedeutendsten erhaltenen Bauten hochromanischer Architektur in Deutschland zählt, drei Vorgänger: die Heinrichskapelle (um 850), die erste Damenstiftskirche (nach 936) und die 1021 geweihte Basilika. Die heutige kreuzförmige flachgedeckte Basilika (1129 geweiht) besticht nicht nur durch hochqualifizierte Bauornamentik im Langhaus, kostbare Wandmalereien in der Krypta mit Grablege Heinrichs I., sondern auch durch einen sehr wertvollen Domschatz, zu dem großflächige Reste eines Knüpfteppichs (um 1200) gehören. Er ist der älteste bekannte Bildteppich europäischer Knüpftechnik.

Die Stiftkirche in Quedlinburg

Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg

Grundriss der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg

Grundriss der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg

Wipertikirche mit Umgangskrypta in Quedlinburg

Auf dem alten Königshof Heinrichs I. am Fuße des Quedlinburger Burgbergs entstand im 10. Jahrhundert die kreuzförmige Basilika St. Wiperti. In diese wurde vermutlich um 1020 die Umgangskrypta eingebaut. Der nach 1148 errichtete Kirchenneubau bewahrt diese ottonische Krypta, die unter Verwendung alter Grabsteine als Stützelemente entstand.

Grundriss der Wipertikirche mit Umgangskrypta in Quedlinburg

Grundriss der Wipertikirche mit Umgangskrypta in Quedlinburg

39 Gernrode

Unweit von Quedlinburg wartet bereits der nächste Höhepunkt auf der Straße der Romanik: die Stiftkirche St. Cyriakus in Gernrode mit Deutschlands ältester erhaltener Nachbildung des Grabes Christi.

Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode

Die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode zählt zu den bedeutendsten Zeugen ottonischer Architektur und ist sehr gut erhalten. Die dreischiffige kreuzförmige Basilika mit einer bemerkenswerten Hallenkrypta entstand ab 959. Raumprägend sind sowohl die Langhausemporen und die später eingebauten Querhausemporen (Mitte 12. Jahrhundert) als auch der einfache Stützenwechsel. St. Cyriakus besitzt im südlichen Seitenschiff die für Deutschland älteste erhaltene Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem. Es entstand spätestens 1130 und wurde mehrfach aufwendig restauriert, zuletzt in den Jahren 2010 bis 2012.

Grundriss der Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode

Grundriss der Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode

40 Ballenstedt

Von Gernrode führt die Südroute der Straße der Romanik nach Ballenstedt mit der romanischen Klosterkirche und dem Grab Albrechts d. Bären.

Klosterkirche und Grab Albrechts d. Bären in Ballenstedt

Es sind vor allem die unteren Bereiche des romanischen Westbaus und Teile der Krypta, die an die vermutlich dreischiffige Säulenbasilika (Ende 12. Jahrhundert) erinnern. Das heutige barocke Ballenstedter Schloss integriert die romanischen Reste wirkungsvoll. Die 1938 als Weihestätte gestaltete Nikolaikapelle des Schlosses nimmt das Grab Albrecht des Bären (gestorben 1170) auf.

41 Falkenstein

Die Straße der Romanik unternimmt nun einen kurzen Stich ins Selketal zur Burg Falkenstein.

Burg Falkenstein

Die Entstehung dieser relativ kleinen Höhenburg (134m hoher Berg) im Selketal geht bis in die Zeit um 1120 zurück. Vor allem in Bezug auf ihre Wehrhaftigkeit gilt sie als eine der am besten geplanten Anlagen der Romanik. Davon künden nicht zuletzt Schildmauer und Bergfried. Immer wieder ließen über die Jahrhunderte die verschiedenen Besitzer die Burg zu größerer Wohnlichkeit umbauen. Im Inneren befindet sich heute ein Museum, das u.a. über den "Sachsenspiegel" informiert, das bedeutendste deutsche Gesetzbuch des Mittelalters.

Luftbild der Burg Falkenstein

Burg Falkenstein im Harz

Grundriss der Burg Falkenstein im Harz

Grundriss der Burg Falkenstein im Harz

42 Frose

Das Selketal wieder verlassend führt die Straße der Romanik nun über Ermsleben nach Frose mit der Stiftskirche St. Cyriakus.

Stiftskirche St. Cyriakus Frose

Um 1170 entstand unter Einbeziehung des Vorgängerbaus die spätromanische Stiftskirche St. Cyriakus in Frose als flachgedeckte Basilika mit zweitürmigem Westbau und halbkreisförmigen Apsiden an Chor und Querschiffarmen. Im Westbau findet sich noch Mauerwerk aus dem 9. Jahrhundert. Das Innere des dreischiffigen Langhauses prägt der sächsische Stützenwechsel.

43 Ermsleben

Nach Ermsleben zurückgekehrt, führt nun ein Stich nach Süden zum Kloster Konradsburg.

Kloster Konradsburg bei Ermsleben

Von der Klosterkirche (um 1200) des Klosters Konradsburg blieben lediglich der Chor mit Krypta sowie ein Teil der nördlichen Querschiffwand erhalten. Diese wurden aufwendig restauriert und hergerichtet und können besichtigt werden. Die fünfschiffige Hallenkrypta gilt durch ihre Ausgestaltung u.a. mit filigran verzierten Säulen als bedeutendes Denkmal spätromanischer Architektur im Harzgebiet.

Grundriss des Klosters Konradsburg bei Ermsleben

Grundriss des Klosters Konradsburg bei Ermsleben

44 Klostermansfeld

Nördlich der Lutherstadt Eisleben liegt die Klosterkirche von Klostermansfeld an der Straße der Romanik.

Klosterkirche von Klostermansfeld

1170 wurde das Kloster in Klostermansfeld gegründet. Aus dieser Zeit stammt auch die ehemals dreischiffige Klosterkirche, deren im Bauernkrieg zerstörten Bauteile während einer großen Restaurierung zwischen 1960 und 1970 rekonstruiert wurden.

45 Eisleben

Die Straße der Romanik legt in Luthers Geburts- und Sterbeort Eisleben einen Halt am Kloster Helfta ein.

Kloster St. Marien zu Helfta in Eisleben

Mystikerinnen wie Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta entwickelten das in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete Kloster St. Marien in Eisleben zu einem Zentrum mittelalterlicher Frauenbildung. Nur als Ruine hat die Klosterkirche die Zeitläufte überdauert, erhielt nach 1994 wieder Dach und Ausstattung und dient seit 1999 einem Mystikerinnen-Konvent als Heimstatt.

Mehr zu den Luther-Gedenkstätten erfahren Sie auf unserer website www.martin-luther-reisefuehrer.de

46 Seeburg

Östlich des Eisleber Klosters St. Marien zu Helfta führt die Straße der Romanik zur Seeburg.

Burg und Schlosskapelle Seeburg

Schon in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts wird die malerisch am Ufer des Süßen Sees gelegene Burg genannt. 1036 erscheint in der Geschichtsschreibung ein Graf von Seeburg, auf den wohl jener steinerne Bau zurückgeht, dessen Reste noch heute zu finden sind, so der Stumpf des einst 30 Meter hohen Bergfrieds und Teile des romanischen Palas’ sowie Umfassungsmauern der ehemaligen Stiftskirche.

47 Sangerhausen

In der Rosenstadt Sangerhausen macht die Straße der Romanik Station an der Ulrichskirche mit ihrem hochaufstrebenden Vierungsturm.

Ulrichskirche Sangerhausen

Die dreischiffige Pfeilerbasilika (um 1140 vollendet) besitzt reich ausgebildete Ostteile. Der dreischiffige Chor der Ulrichskirche Sangerhausen schließt mit drei Apsiden und auch die Querschiffarme besitzen je eine Apsis, die ungewöhnlicherweise bis auf die gleiche Höhe der Hauptapsis hinaufragen. Die steilen und strengen Proportionen im Langhaus verraten den französisch-burgundischen Einfluss.

Grundriss der Ulrichskirche Sangerhausen

Grundriss der Ulrichskirche Sangerhausen

48 Tilleda

Von Sangerhausen verläuft die Straße der Romanik als Stich zur Königspfalz Tilleda.

Königspfalz Tilleda

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Königspfalz Tilleda, für die zahlreiche Herrscheraufenthalte vom 10. bis 13. Jahrhundert belegt sind, bereits 972. Der weiträumige Herrscherhof drittelte sich in obere und untere Vorburg (Wohn- und Vorratsgebäude des Gesindes) sowie Kernburg (herrschaftlicher Wohnturm und Kapelle). Wohl noch im Mittelalter verschwand die Anlage. Einige Gebäude wie Grubenhäuser, der Torturm am Eingang und das Kammertor wurden zur Veranschaulichung auf den originalen Grundrissen rekonstruiert.

Ein Tor der Pfalz Tilleda

Das rekonstruierte romanische Tor der Pfalz in Tilleda

49 Allstedt

Von der Königspfalz Tilleda führt die Straße der Romanik zunächst auf selbem Weg zurück in Richtung Sangerhausen, zweigt jedoch kurz vorher zu Burg und Schloss Allstedt ab.

Burg und Schloss Allstedt

An drei Seiten umfließt der Rohnebach die Burg- und Schlossanlage Allstedt. Sie besteht aus der ehemaligen Vorburg mit Südschloss (18. Jahrhundert), aus der spätmittelalterlichen (teils romanischen) und barocken Kernburg sowie aus Stall- und Wirtschaftsgebäuden. Auf der Kernburg wird man heute in diversen Ausstellungen mit dem Reformator Thomas Müntzer bekannt gemacht, der hier in der Hofstube 1524 die "Fürstenpredigt" hielt.

Grundriss der Burg Allstedt

Grundriss der Burg Allstedt

50 Querfurt

Die ausgedehnte Burg Querfurt bildet auch wegen ihres enormen Alters einen bedeutenden Höhepunkt auf der Südroute der Straße der Romanik.

Burg Querfurt

Bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis (881/889) wird die Burg Querfurt als bedeutendste der 18 aufgeführten Burgen genannt. Aus dem mittleren bis späten 12. Jahrhundert blieben der 27,5 Meter hohe Bergfried "Dicker Heinrich" und Teile des Palas (Kellergewölbe) erhalten. Die kreuzförmige Burgkirche mit markantem oktogonalen Vierungsturm entstand ebenfalls in dieser Zeit.

Blick über einen Acker zur romanischen Burg in Querfurt

Blick zur Burg Querfurt

Grundriss der Burg Querfurt

Grundriss der Burg Querfurt

51 Memleben

Der Burg Querfurt folgt mit Kloster und Kaiserpfalz in Memleben ein weiterer Höhepunkt der Straße der Romanik.

Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Deutschlands erster König Heinrich I. ließ in Memleben eine Pfalz errichten. Sowohl er als auch sein Sohn Otto I. starben hier. Enkel Otto II. gründete schließlich das reichsunmittelbare Benediktinerkloster. Von der älteren Kirche (10. Jahrhundert) künden noch minimale Mauerreste. Der Grundriss wurde mit einer Pflasterung rekonstruiert. Die jüngere besteht noch als Ruine mit monumentalen Arkadenreihen und vor allem mit der beeindruckenden dreischiffigen kreuzgratgewölbten Hallenkrypta.

Innenaufnahme der Krypta in Memleben

Krypta Memleben

Grundriss der Klosterruine Memleben

Grundriss der Klosterruine Memleben

52 Eckartsberga

Von Memleben mit der imposanten Krypta führt die Straße der Romanik zur Eckartsburg.

Eckartsburg bei Eckartsberga

Die lang gestreckte Kernburg der Eckartsburg bei Eckartsberga bewahrt ihre romanischen Außenmauern aus dem späten 12. bzw. frühen 13. Jahrhundert. Der mehrgeschossige quadratische Wohnturm ist bis in 15 Metern Höhe romanisch erhalten und heute als Aussichtsturm zugänglich. Wenig romanisches Mauerwerk blieb hingegen vom Palas erhalten. In der östlichen Vorburg steht noch die romanische Toranlage.

Grundriss der Eckartsburg bei Eckartsberga

Grundriss der Eckartsburg bei Eckartsberga

53 Bad Kösen

Bad Kösen wartet gleich mit drei Bauwerken der Straße der Romanik auf. Hierzu zählen das Romanische Haus im Ort selbst sowie die südlich von Bad Kösen gelegenen romanischen Burgen Saaleck und Rudelsburg.

Romanisches Haus in Bad Kösen

Das Romanische Haus, ein mittelalterliches Hallengebäude, stammt vermutlich aus dem späten 12. Jahrhundert und diente dem nahegelegenen Kloster Pforta möglicherweise als Wirtschaftshof. In dem zuletzt als Scheune genutzten lang gestreckten Bau aus hammerrecht bearbeiteten Kalksteinquadern ließ die Stadt 1951 ein Museum einrichten. Es dokumentiert u.a. die Geschichte des Klosters Pforta.

Rudelsburg bei Bad Kösen

Die erstmals 1171 erwähnte Rudelsburg südlich von Bad Kösen wurde mehrfach erobert, beschädigt und im 30-jährigen Krieg zerstört. Die heute noch als Ruine vorhandene Anlage stammt vor allem aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Von der etwa 20 Meter hohen Aussichtsplattform des Bergfrieds hat man einen wundervollen Blick zur Burg Saaleck und in das Saaletal. Im 19. Jahrhundert baute man die Gasträume ein.

Grundriss der Rudelsburg bei Bad Kösen

Grundriss der Rudelsburg bei Bad Kösen

Burg Saaleck bei Bad Kösen

Gemeinsam mit der benachbarten Rudelsburg bildete die bescheidenere Burg Saaleck eine sogenannte Sperrburg im verengten Saaletal zum Schutz der Handelsstraßen. Die Kernburg besteht aus zwei imposanten Rundtürmen. Der Westturm steht seit dem späten 12. Jahrhundert, der Ostturm ist nur noch im Kern romanisch. Sein Äußeres Mauerwerk wurde größtenteils gotisch erneuert.

54 Schulpforte

Nur wenige Autominuten östlich von Bad Kösen liegt an der Straße der Romanik Schulpforte.

Kloster und Klosterkirche Schulpforte

Die ehemalige Klosterkirche Schulpforte zeigt sich heute äußerlich in gotischer Gestalt, die sie hauptsächlich einem Neubau in der Mitte des 13. Jahrhunderts verdankt. Jedoch bewahrt sie in ihrem Inneren Teile der romanischen Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert, wie z.B. die romanischen Pfeiler im Langhaus. Zur reichhaltigen Ausstattung der Klosterkirche Schulpforte gehört das 2014 restaurierte Triumphkruzifixus (um 1240/50) mit seltener Malerei. Der imposante Kreuzgang und im Kern auch die Klausur sind in das 12. Jahrhundert zu datieren. Seit 1990 ist hier wieder eine Landesschule heimisch.

55 Naumburg

Den Höhepunkt an der südlichen Spitze der Straße der Romanik bildet Naumburg mit dem Dom St. Peter und Paul und dem Domschatz. Inzwischen gehört auch die benachbarte Naumburger Ägidienkapelle zur Straße der Romanik.

Dom St. Peter und Paul mit Domschatz Naumburg

Anstelle einer Doppelkirchenanlage erwuchs im 13. und 14. Jahrhundert der neue Naumburger Dom mit einer Gesamtlänge von etwa 100 Metern. Er vereint Romanisches und Gotisches auf harmonische Weise. Der Neubau erfolgte von Ost nach West. Das ausgewogen proportionierte Langhaus begrenzen hohe Lettner. Der zum östliche Chor hin entstand zeitgleich mit dem spätromanischen Dom und ist der älteste vollausgebildet erhaltene Hallenlettner in Deutschland. Mit der westlichen Lettnerwand fanden vermutlich die um 1250 begonnenen Arbeiten am frühgotischen Westchor zehn Jahre später einen würdigen Abschluss. Der gesamte Lettner sowie die Laubkapitelle des Westchores und die zwölf Stifterfiguren, unter ihnen Ekkehard und Uta, werden dem Naumburger Meister zugeschrieben. Unter der Westklausur bietet das romanische Kellergewölbe dem hier ausgestellten Naumburger Domschatz ein reizvolles Ambiente.

Steinfiguren der Naumburger Domstifter Uta und Ekkehard

Ekkehard II. und Uta, Domstifter Naumburg

Grundriss des Doms St. Peter und Paul Naumburg

Grundriss des Doms St. Peter und Paul Naumburg

Ägidienkapelle Naumburg

Der Nordseite des Naumburger Doms gegenüber erhebt sich der würfelförmige Bau mit Kegeldach, der im 13. Jahrhundert zur Ägidienkurie gehörte. Im Gegensatz zum ebenerdigen eher schlicht gestalteten Raum präsentiert sich die darüberliegende Ägidienkapelle architektonisch detailreich ausgestattet.

56 Zeitz

Ein längerer Abstecher der Straße der Romanik leitet nun von Naumburg nach Zeitz.

Moritzburg mit Dom St. Peter und Paul Zeitz

Zum einstigen Kollegiatstift gehörte im 11. Jahrhundert die romanische Basilika St. Peter und Paul in Zeitz, die im 14. und 15. Jahrhundert zur gotischen Hallenkirche umgebaut wurde. Unter ihrem Chor liegt die dreischiffige Krypta aus der Mitte des 11. Jahrhunderts mit scharfgratigen Kreuzgewölben. Hier fanden Mitglieder der herzoglichen Familie ihre letzte Ruhestätte. Herzog Moritz von Sachsen hatte 1657 den Neubau des Schlosses veranlasst, der "Moritzburg an der Elster", um hier zu residieren.

Grundriss der Moritzburg Zeitz

Grundriss der Moritzburg Zeitz

57 Freyburg/Unstrut

Nach dem Zeitzer Ausflug präsentiert die Straße der Romanik in Freyburg an der Unstrut die Stadtkirche St. Marien und das Schloss Neuenburg.

Stadtkirche St. Marien Freyburg

Ludwig IV. von Thüringen gründete in den 1320er Jahren die Stadtkirche St. Marien in Freyburg, die stilistisch bereits in der Übergangsphase zur Gotik errichtet wurde, was deutlich an den Westtürmen erkennbar ist. Vom romanischen Ursprungsbau bestehen heute außerdem das Querhaus und der Vierungsturm sowie das Tympanon über dem Westportal, das sich direkt an der Rückwand der Vorhalle (Paradies) befindet. Die gotischen Veränderungen an Hauptschiff und Chor der Freyburger Stadtkirche St. Marien erfolgten auf bemerkenswerte Weise in Einheit mit den beibehaltenen romanischen Bauteilen.

Grundriss der Stadtkirche St. Marien Freyburg

Grundriss der Stadtkirche St. Marien Freyburg

Schloss Neuenburg mit Doppelkapelle Freyburg

Hoch über der Stadt Freyburg erhebt sich auf einem Bergsporn die mächtige Neuenburg. Den Bau einer ersten Burg veranlasste Ludwig der Springer bereits um 1090, die in der Mitte des 12. Jahrhunderts wesentlich vergrößert wurde. Sowohl dem Landeskonservator Ferdinand von Quast, unter dessen Leitung 1852-55 Fürstenbau und Doppelkapelle instand gesetzt wurden, als auch umfangreichen Restaurierungsarbeiten ab 1990 ist zu verdanken, dass sich Schloss Neuenburg heute wieder in sehr gutem Zustand präsentiert. Die Doppelkapelle ist der bedeutendste romanisch erhaltene Teil der Burg. Sie besitzt bemerkenswerte Ornamentik und qualitätvolle Kapitelle. Seit dem 12. Jahrhundert erhebt sich auf der Vorburg der "Dicke Wilhelm", der dritte und einzig erhaltene Bergfried der Burganlage.

Grundriss des Schloss Neuenburg mit Doppelkapelle Freyburg

Grundriss des Schloss Neuenburg in Freyburg

58 Goseck

Den Freyburger Objekten der Straße der Romanik folgt das Schloss mit Klosterkirche Goseck.

Schloss mit Klosterkirche Goseck

Der Bau der Kirche in Goseck, deren Ostteile heute noch vorhanden sind, begann 1041. Ihre Krypta erhielt 1046 bereits die Weihe. Chor und Vierung wurden nach 1609 als Schlosskirche hergerichtet. Dank der 1997 begonnenen umfangreichen Sanierung der insgesamt stark vernachlässigten Anlage können Krypta und Schlosskirche in Goseck wieder besichtigt werden. Am Ortsrand lädt der Nachbau eines Sonnenobservatoriums (ca. 4800 vor Chr.) zu einem informativen Besuch ein.

59 Merseburg

Die Saalestadt Merseburg wartet mit zwei Objekten an der Straße der Romanik auf. Besonders eindrucksvoll ist der Merseburger Dom mit Domschatz und auch einen Besuch der Neumarktkirche St. Thomas sollte man einplanen.

Dom mit Domschatz Merseburg

Ein malerisches Ensemble bilden Merseburger Dom und Schloss über dem Steilufer der Saale. Im Jahre 1015 begann der Bau des Merseburger Domes anstelle einer 931 geweihten Stiftskirche. Unter dem Chor liegt eine kreuzgratgewölbte Krypta, die zu den ältesten rein erhaltenen Hallenkrypten Mitteldeutschlands zählt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts erhielten die quadratischen Westtürme die beiden oberen achteckigen Geschosse.
Mit dem Neubau der Halle zu Beginn des 16. Jahrhunderts ging die Lettnerwand zwischen Chor und Langhaus verloren. Hingegen blieben die Schrankenwände zur Abgrenzung des Chores von den Querhausarmen bis heute erhalten. Die Ausstattung des Merseburger Doms ist überaus reich und wertvoll, romanisch ein Holzkruzifixus und ein Taufbecken. Der kostbare Domschatz kann seit 2006 in dem restaurierten Kapitelhaus östlich der Klausur besichtigt werden.

Grundriss des Merseburger Doms

Grundriss des Merseburger Doms

Neumarktkirche St. Thomas Merseburg

Der im 12. Jahrhundert gegründete Merseburger Stadtteil Neumarkt erhielt ein eigenes Gotteshaus. Die kreuzförmige flachgedeckte Basilika wurde im einfachen Stützenwechsel errichtet, verlor aber im Laufe der Jahrhunderte Südturm, beide Seitenschiffe einschließlich Apsiden und Sakristei. Die beiden romanischen Säulenportale der Merseburger Neumarktkirche wurden gerettet und an anderer Stelle (Langhaus und Querhaus) eingesetzt. Hier ist vor allem die Knotensäule bemerkenswert.

60 Halle (Saale)

Die Straße der Romanik führt in der Universitätsstadt Halle/Saale zunächst zur Dorfkirche St. Nikolaus in Böllberg und anschließend zur Burg Giebichtenstein.

Dorfkirche Böllberg St. Nikolaus in Halle-Böllberg

Die einfache Saalkirche St. Nikolaus im Hallenser Stadtviertel Böllberg entstand im 12. Jahrhundert aus Bruchsteinen und blieb fast unverändert erhalten. Hervorzuheben sind hier die kleinen hochsitzenden Öffnungen in der Nordwand und das sandsteinerne Tympanon über dem Südportal. Von der romanischen Ausstattung haben Taufbecken und Altartisch die Zeiten überdauert.

Burg Giebichenstein Halle

Auf einem Porphyrfelsen hoch über der Saale erhebt sich die Ruine der Oberburg (2. Hälfte des 12. Jahrhunderts). Von ihr existieren noch Kellergewölbe und der markante Torturm. Zur historisch gewachsenen Burg zählen außerdem die "Alte Burg" (keine sichtbaren Reste mehr vorhanden) sowie die Unterburg aus dem 15. Jahrhundert mit Kornhaus, Taubenturm und Herrenhaus. Die Burg Giebichenstein in Halle ist heute Domizil der Hochschule für Kunst und Design.

61 Landsberg

Nordöstlich von Halle liegt vor den Toren der Stadt die Ortschaft Landsberg mit der Doppelkapelle St. Crucis.

Doppelkapelle St. Crucis Landsberg

Eine etwa 60 Jahre zuvor errichtete Basilika wurde ab 1195 zu der im Original erhaltenen Landsberger Doppelkapelle St. Crucis umgebaut. Das Vierstützensystem mit dem Raumschacht, der die untere Kapelle (für das Gesinde) mit der oberen (für die Herrschaft) verbindet, bildet den Mittelpunkt. Pfeiler und Säulen besitzen Kapitelle mit formenreicher und qualitätvoller Ornamentik. Das dritte Geschoss der Landsberger Doppelkapelle St. Crucis, ein seltener Profanbau aus romanischer Zeit, ist heute ein Museum.

Grundriss der Doppelkapelle St. Crucis Landsberg

Grundriss der Doppelkapelle St. Crucis Landsberg

62 Petersberg

Von Landsberg führt die Südroute der Straße der Romanik zur Stiftskirche St. Petrus in Petersberg

Stiftskirche St. Petrus Petersberg

Von der zwischen 1142 und 1151 geweihten Petersberger Stiftskirche St. Petrus existiert der weithin sichtbare Westquerturm aus schlichtem Mauerwerk. Die Ostteile entstanden 1174-84 nach Hirsauer Reformbauweise, deshalb auch ohne Krypta. Das neoromanische Langhaus der Petersberger Stiftskirche entstammt dem 19. Jahrhundert. Von der älteren Ausstattung existieren eine Sitzmadonna (um 1180) und vom Kirchenschatz ein vergoldeter Kelch.

Grundriss der Stiftskirche St. Petrus Petersberg

Grundriss der Stiftskirche St. Petrus in Petersberg

63 Bernburg

In Bernburg gehören sowohl der Eulenspiegelturm im Schloss als auch die Dorfkirche St. Stephani zur Straße der Romanik.

Eulenspiegelturm im Schloss Bernburg

Anstelle des eindrucksvollen Bernburger Renaissance-Schlosses existierte im 10. Jahrhundert eine "Volksburg" als Zufluchtsort vor Feinden. Im 11. Jahrhundert errichteten die Askanier dann auf dem Areal ihre Adelsburg, von der noch immer der 44 Meter hohe Bergfried (Kegelhelm 1570 ergänzt) kündet. Till Eulenspiegel "wachte" hier in Bernburg um 1325 auf seine besondere Weise.

63 Bernburg-Waldau

Dorfkirche St. Stephani Bernburg

Der flachgedeckte Feldsteinbau St. Stephani in Bernburg-Waldau aus dem 12. Jahrhundert weist eine klare Zusammenfügung von halbkreisförmiger Apsis, Schiff und Westquerturm in vierfacher Höhenstaffelung auf. In das Innere der Bernburger Dorfkirche führt im Süden ein Stufenportal mit eingestellten Säulen.

64 Nienburg/Saale

Nördlich von Bernburg liegt die Nienburger Schlosskirche St. Marien und St. Cyprian, das vorletzte Objekt auf der Südroute der Straße der Romanik.

Schlosskirche St. Marien und St. Cyprian Nienburg

Die heutige gotische Kirche St. Marien und St. Cyprian in Nienburg besitzt zwei Vorgängerbauten (1004 und 1060 geweiht), die beide völlig zerstört wurden. Romanisches bewahrt der Bau nur noch mit einem Rest der Chorsüdwand und den Gewänden zweier ehemaliger Kryptenfenster. Von hohem kunstgeschichtlichen Wert sind die Bruchstücke des spätromanischen Stuckfußbodens (um 1200) vom Vorgängerbau. Von der mittelalterlichen Ausstattung der Nienburger Schlosskirche blieb die seltene Monatssäule im Chor erhalten.

Grundriss der Schlosskirche St. Marien und St. Cyprian in Nienburg

Grundriss der Schlosskirche St. Marien und St. Cyprian in Nienburg

65 Hecklingen

Mit Hecklingen und der hiesigen Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius ist die letzte Station der Straße der Romanik erreicht.

Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius Hecklingen

Die Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius in Hecklingen geht auf ein im 11. Jahrhundert gestiftetes Nonnenkloster zurück. Die heute erhaltene kreuzförmige Basilika entstand um 1140/50. Die Bauweise der Hecklinger Klosterkirche ist typisch sächsisch und beruht auf dem Prinzip des quadratischen Schematismus. Im Inneren bewirkt dies eine klare logische Gliederung, bei der die Vierung das Grundmaß vorgibt. Ikonografische Kostbarkeiten sind die fünf Stuck-Köpfe (Anfang 12. Jahrhundert) über den Scheitelpunkten der Nordarkaden sowie die 14 einzigartigen Stuckengel (um 1225/30) in den Arkadenzwickeln des Mittelschiffs.

Ein Stuck-Engel in Hecklingen

Ein Stuck-Engel in der Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius in Hecklingen

Grundriss der Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius in Hecklingen

Grundriss der Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius in Hecklingen

Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

Der offizielle Reiseführer zur Straße der Romanik

Die Kurzbeschreibungen der interaktiven Karte zur Straße der Romanik sind in Anlehnung an den offiziellen Reiseführer "Auf der Straße Romanik durch Sachsen-Anhalt" entstanden, erschienen im Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode (ISBN 978-3-936185-94-2).
Im Buch finden Sie auf 272 Seiten die ausführlichen Beschreibungen zu den Bauwerken entlang der Straße der Romanik. Über 150 Farbfotos illustrieren die Texte. Außerdem enthält der Reiseführer detaillierte Straßenkarten, die gezielt zu den Romanik-Orten in Sachsen-Anhalt führen, sowie Grundrisse mit Nummerierung und Beschriftung, um die Orientierung in den Objekten der Straße der Romanik zu erleichtern.

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Schmidt-Buch-Verlag | Über uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.