Die Nordroute der Straße der Romanik


Eine Sachsen-Anhalt Karte zeigt den Verlauf der Straße der Romanik.

Die Höhepunkte auf der Nordroute der Straße der Romanik

Die Nordroute der Straße der Romanik führt von der Landeshauptstadt Magdeburg (1) in den Norden Sachsen-Anhalts. Vorbei an romanischen Feldsteinkirchen (7|8|9) verläuft die Kulturstraße durch die Altmark über die Klosterkirche St. Maria und Crucis in Diesdorf (10) und Salzwedel (11) nach Arendsee (12). Nach Erreichen des nördlichsten Punkts der Route, der Dorfkirche in Beuster (13), schließen sich im weiteren Verlauf der Nordroute der Straße der Romanik der Havelberger Dom (14) mit seinem trutzigen romanischen Westwerk sowie Kloster und Klosterkirche Jerichow (19), der älteste Backsteinbau der Altmark, als Highlights an. Freunden romanischer Wandmalerei sei schließlich die Dorfkirche St. Thomas in Pretzien (25) empfohlen, die letzte Station auf der Nordroute der Straße der Romanik.


Die interaktive Karte der Straße der Romanik

Entdecken Sie auf unserer interaktiven Karte die 25 Orte entlang der Nordroute der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt. Oder lassen Sie sich von der übersichtlichen Listenansicht mit Ortsnamen zu den romanischen Objekten im Norden Sachsen-Anhalts führen.

Hinweis: Alle Objekte der Straße der Romanik südlich der Landeshauptstadt Magdeburg finden Sie auf unserer interaktiven Karte zur Südroute.


Der Norden der Straße der Romanik - Die interaktive Karte

Entdecken Sie den Norden der Straße der Romanik auf unserer interaktiven Karte!

So geht's:
Klicken Sie auf die einzelnen Nummern der Sachsen-Anhalt-Karte oder nutzen Sie die Listenansicht mit Ortsnamen, um mehr zu den Orten und Objekten entlang der Straße der Romanik zu erfahren.

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1 Magdeburg

Magdeburg bildet den Start- und Zielpunkt der Straße der Romanik – sowohl für die Nordroute als auch für die Südroute und unterstreicht damit symbolisch die zentrale Stellung der Stadt in der Region im Mittelalter. Mehrere Zeugnisse romanischer Baukunst können Reisende auf der Straße der Romanik bereits in Magdeburg besichtigen: Den Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen, die Propsteikirche St. Sebastian und die St.-Petri-Kirche.

Dom St. Mauritius und St. Katharina Magdeburg

Als erster gotischer Kathedralbau auf deutschem Boden bewahrt der Magdeburger Dom hinter Weiträumigkeit und Monumentalität bemerkenswerte romanische Schätze. Zuvor erhob sich auf dem Domhügel eine mächtige Doppelkirchenanlage. Eine der Kirchen diente Otto dem Großen als königliche Grablege. Er ließ die Klosterkirche ab 955 zu einer viertürmigen Basilika ausbauen. Jedoch vernichtete ein Großfeuer 1207 diese kaiserliche Kathedrale und es begann der Bau des heutigen Magdeburger Doms - 1363 geweiht aber erst 1520 fertiggestellt.

Zwölf antike Säulen tragen den Hohen Chor mit seinem einzigartigen Figurenprogramm aus dem 13. Jahrhundert. Hier hat der Kalksteinsarg Ottos des Großen seinen Platz. Am Sarg steht ein romanischer Osterleuchter.

Grundriss des Doms in Magdeburg

Grundriss des Magdeburger Doms

Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg

Das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg gilt heute als eine der bedeutendsten erhaltenen romanischen Anlagen Deutschlands und auf der Straße der Romanik. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts begannen die Arbeiten zum Bau des Klosters, in das 1129 Prämonstratenser einzogen. Der Orden hielt sich knapp 500 Jahre in Magdeburg und machte das Kloster Unser Lieben Frauen zu seinem Zentrum in der sächsischen Provinz.

Die säkularisierte Klosteranlage ist heute Kulturzentrum mit Konzerthalle (ehemalige Kirche) und Kunstmuseum für Gegenwartskunst und Skulptur.

Seitenansicht des Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg

Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg

Brunnenhaus im Kloster Unser Lieben Frauen

Das romanische Brunnenhaus im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg

Kathedrale und Propsteikirche St. Sebastian Magdeburg

Die 1169 dem Heiligen Sebastian geweihte Magdeburger Kirche war eine kreuzförmige dreischiffige Basilika. Von ihr künden heute die wuchtig geschlossene Doppelturmfassade sowie Reste des Querhauses. Seit 1994 ist St. Sebastian katholische Kathedralkirche des neuen Bistums Magdeburg.

Grundriss der Kathedrale und Propsteikirche St. Sebastian

Grundriss der Kathedrale und Propsteikirche St. Sebastian

St.-Petri-Kirche Magdeburg

Der heutige Bau der katholischen Pfarrkirche St. Petri Magdeburg geht auf eine romanische Dorfkirche zurück - ursprünglich vermutlich ein einfacher Saalbau. Diesen erweiterte man im ausgehenden 14. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Hallenkirche. Vom Gründungsbau blieb der mächtige Westturm romanisch erhalten.

2 Ammensleben

Von Magdeburg führt die Straße der Romanik in Richtung Norden auf der B 71 nach Groß Ammensleben, wo sich das Benedektinerkloster mit Klosterkirche St. Peter und St.Paul befindet.

Benediktinerkloster und Klosterkirche St. Peter und St.Paul Groß Ammensleben

Als Pfarrkirche wird die ehemalige Klosterkirche St. Peter und St.Paul Groß Ammensleben heute sowohl von einer katholischen als auch von einer evangelischen Gemeinde genutzt. Die Grafen von Ammensleben gründeten hier um 1120 ein Augustiner-Chorherrenstift. Es wurde 1129 unter dem Einfluss der Hirsauer Reformbewegung in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Erhalten geblieben ist die 1135 geweihte und 1140 zur Abtei erhobene Klosterkirche, eine querschifflose Pfeilerbasilika.

3 Hillersleben

Unweit von Groß Ammensleben befindet sich die Klosterkirche Hillersleben, das nächste Objekt auf der Straße der Romanik.

Klosterkirche Hillersleben

Vermutlich in die 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts fällt die Gründung des Benediktinernonnenklosters in Hillersleben. Nach der wohl völligen Zerstörung der Klosteranlage im Jahre 1179 entstand der neue Sakralbau, von dessen hochromanischem Kern bis heute Teile erhalten sind, wie z.B. die westlichen Vierungspfeiler.

Grundriss der Klosterkirche Hillersleben

Grundriss der Klosterkirche Hillersleben

4 Hundisburg

Von Hillersleben umfährt man südlich Haldensleben und erreicht entlang des Flüsschens Beber die Ortschaft Hundisburg. Am Ortsrand auf einer kleinen Anhöhe liegt die Ruine Nordhusen, die vierte Station an der Straße der Romanik.

Ruine Nordhusen bei Hundisburg

Der stattliche Westquerturm der Ruine Nordhusen ist nicht nur der einzig erhaltene Bauteil der ehemaligen Kirche der Siedlung, sondern überhaupt der einzige Zeuge, der an das Dorf erinnert. Die letzte Nachricht stammt aus dem Jahre 1458. Das qualitätvolle Mauerwerk der Ruine spricht für eine Entstehungszeit um 1200.
Anfang 2015 wurde das Areal um die Ruine Nordhusen barrierefrei erschlossen.

5 Bebertal

Nur wenige Autominuten entfernt gelangt man auf der B 245 zur Station Nr. 5 auf der Straße der Romanik: Bebertal mit seiner romanischen Friedhofskapelle.

Friedhofskapelle Bebertal

Trotz des Umbaus zu einem Antentempel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewahrt die Friedhofskapelle Bebertal ihre Nord- und ihre Südwand vollständig aus romanischen Tagen. Die Rundfenster in der Südwand stammen wahrscheinlich schon aus der Frühromanik, als der Sage nach Bischof Hildegrim von Halberstadt im 9. Jahrhundert das dem Heiligen Stephan geweihte Kirchlein gründete.

6 Walbeck

Gleich zwei Objekte der Straße der Romanik sind in der kleinen Gemeinde Walbeck nahe der Grenze zu Niedersachsen zu finden: Die Ruine der Stiftskirche und in der Dorfkirche St. Michaelis der Sarkophag des Grafen Lothar II.

Stiftskirche St. Marien Walbeck

Wesentliche Teile der heutigen Ruine St. Marien in Walbeck stammen vom Gründungsbau aus der Zeit um 942, als Lothar II. von Walbeck als Zeichen seiner Sühne für die Teilnahme an einer Verschwörung gegen Otto den Großen das Benediktinerstift gründete. Mauerteile von Langhaus, Querhaus, Chor und Apsis erheben sich heute in beeindruckender Weise auf dem Dornberg, der darüberhinaus auch eine wunderschöne Aussicht bietet.

Sarkophag des Grafen Lothar II. in Walbeck

Der wertvolle, 2003 restaurierte Sarkophag des Grafen Lothar II. in Walbeck befand sich ursprünglich in der Grablege im Querhaus der Stiftskirche St. Marien und ist heute als Objekt der Straße der Romanik in der Walbecker Dorfkirche St. Michaelis zu besichtigen.

Ein Sarkophag unter Glas

Der Sarkophag des Grafen Lothar II. in der Walbecker Dorfkirche St. Michaelis

7 Wiepke

An Gardelegen vorbei gelangt man auf der B 71 nach Wiepke, dessen Dorfkirche zu den schönsten Altmärker Feldsteinkirchen auf der Straße der Romanik gehört.

Dorfkirche Wiepke

Die spätromanische Dorfkirche Wiepke ist ein Feldsteinbau aus dem 12. Jahrhundert. Er besteht aus einem kurzen Schiff, einem eingezogenen quadratischen Chor und einem Westquerturm. Die rundbogige Priesterpforte der Sakristtei zeigt sich noch heute in unveränderter Gestalt.

8 Engersen

Wenige Kilometer nördlich befindet sich die Dorfkirche von Engersen.

Dorfkirche Engersen

Noch im Stil der Spätromanik entstand im 13. Jahrhundert der Feldsteinbau in Engersen mit eingezogenem Chor und Westquerturm. Er verlor im Laufe der Jahrhunderte seine romanischen Gliederungs- und Gestaltungselemente. Lediglich an der Südseite ist noch das ursprüngliche Rundbogenportal der Dorfkirche erkennbar. 2014/15 wurde der Außenbau umfassend saniert.

9 Rohrberg

Die markante Silhouette der Dorfkirche in Rohrberg prägt seit vielen Jahren auch ein Storchennest.

Dorfkirche Rohrberg

Der Dorfkirche in Rohrberg, ein Feldsteinbau mit einem mächtigen Westquerturm, entstand vermutlich in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der Fachwerkturmaufsatz wird in das Jahr 1752 datiert. Die kreuzförmige Erweiterung des Langhauses erfolgte 1848.

10 Diesdorf

Zu den Höhepunkten der Nordroute der Straße der Romanik gehört die Klosterkirche St. Maria und Crucis in Diesdorf mit ihren romanischen Gewölben.

Klosterkirche St. Maria und Crucis Diesdorf

Die Klosterkirche St. Maria und Crucis in Diesdorf ist die erste Kirche der Altmark mit voll ausgebildetem romanischen Gewölbesystem sowie eines der am besten erhaltenen Bauwerke aus romanischer Zeit und bildet damit einen Höhepunkt auf der Straße der Romanik. Das beeindruckende Äußere des Baus zeigt sparsam verwendete Schmuckformen, insbesondere Lisenen und Friese. Der mächtige Westriegel wurde im 19. Jahrhundert durch einen Turm ergänzt. Das Innere der Diesdorfer Klosterkirche lebt optisch vom Wechsel der Pfeiler und Zwischenpfeiler.

Grundriss der Klosterkirche St. Maria und Crucis Diesdorf

Grundriss der Klosterkirche St. Maria und Crucis Diesdorf

11 Salzwedel

Von Diesdorf führt die Straße der Romanik nach Salzwedel, das auch für seinen schmackhaften Baumkuchen bekannt ist.

Pfarrkirche St. Lorenz Salzwedel

Das etwa Mitte des 13. Jahrhunderts für die damalige Burgsiedlung Salzwedel errichtete Gotteshaus St. Lorenz besticht noch heute durch sein kräftiges romanisches Gliederungssystem mit den schwarz glasierten Formsteinen. Die erhaltenen Reste der Salzwedler Pfarrkirche St. Lorenz - vor allem der Chor und die Hochschiffwände - vermitteln einen Eindruck vom großen Formenreichtum mittelalterlicher Bauornamentik.

Innenaufnahme des Hauptschiffs der Lorenzkirche Salzwedel

Innenaufnahme des Hauptschiffs der Lorenzkirche Salzwedel

Grundriss der Lorenzkirche Salzwedel

Grundriss der Lorenzkirche Salzwedel

12 Arendsee

Der Ort Arendsee in der Altmark besitzt mit dem ehemaligen Kloster St. Marien und der angeschlossenen romanischen Klosterkirche ein besonderes Kleinod an der Straße der Romanik.

Ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien in Arendsee

Vor allem die den Heiligen Maria, Johannes und Nikolaus geweihte Klosterkirche in Arendsee gibt noch heute Einblicke in romanische Baukunst. Ab 1185 errichtet, fand schon 1208 die Weihe der Ostteile mit bereits gewölbtem Chor statt. Etwa 1235/40 waren die Arbeiten mit dem Verzicht auf eine westliche Turmanlage beendet. In dieser Form blieb die kreuzförmige Pfeilerbasilika im Wesentlichen erhalten.

Grundriss der Lorenzkirche Salzwedel

Grundriss der Klosterkirche des ehemaligen Benediktinerinnenklosters St. Marien in Arendsee

13 Beuster

Die Kirche St. Nikolaus in Beuster bildet den nördlichsten Punkt der Straße der Romanik.

Kirche St. Nikolaus Beuster

Die ehemalige Stiftskirche St. Nikolaus in Beuster ist eine der ältesten erhaltenen Backsteinkirchen nördlich der Alpen. Sie bewahrt in großen Teilen Backsteine aus der Erbauungszeit (2. Hälfte 12. Jahrhundert). Die Backsteine wurden von den Steinmetzen vor dem Vermauern wie Werkstein bearbeitet. Ältestes Stück der kargen Ausstattung ist ein romanisches Taufbecken aus Sandstein.

14 Havelberg

Der Havelberger Dom mit seinem weithin sichtbaren gigantischen Westriegel gehört zu den Höhepunkten der Nordroute der Straße der Romanik.

Dom St. Marien Havelberg

Kaiser Otto I. hatte den Ort an der Havel bereits 948 zum Mittelpunkt eines ersten Bistums erhoben. Vom ottonischen Sakralbau existieren heute keine erkennbaren Reste mehr. Der romanische Dom aber (nach Neugründung des Bistums um 1150 errichtet) blieb trotz des gotischen Umbaus nach einem Brand 1279 erhalten bzw. rekonstruierbar. Während Chor und Langhaus größere gotische Veränderungen erfuhren, zeigt sich der viergeschossige romanische Westriegel in seiner romanischen Ursprünglichkeit. Seine bemerkenswerte Ausstattung erhielt der Havelberger Dom St. Marien insbesondere um 1400, u.a. einen Lettner mit Skulpturen und Passionsreliefs.

Grundriss des Doms St. Marien in Havelberg

Grundriss des Doms St. Marien in Havelberg

15 Sandau

Dem Havelberger Dom folgt auf der Straße der Romanik die Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Laurentius in Sandau.

Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Laurentius Sandau

Fast 60 Jahre stand der Westturm der um 1200 errichteten querschifflosen Backsteinbasilika in Sandau nach einem amerikanischen Artillerie-Angriff 1945 als Ruine am nach und nach restaurierten Kirchenschiff. Seit 2013 ragt nach elfjähriger Bauzeit der wieder hergestellte Westbau der Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Laurentius in Sandau in voller Höhe empor.

16 Schönhausen

Südlich von Sandau schließt sich auf der Straße der Romanik in Schönhausen die Dorfkirche St. Maria und St. Willebrord an, in der Otto von Bismarck getauft wurde.

Dorfkirche St. Maria und St. Willebrord Schönhausen

Im Jahre 1212 erfolgte die Weihe des querschifflosen Backsteinbaus in Schönhausen, der bis heute sein schlichtes Erscheinungsbild beinahe unverändert bewahrt. Zum spätromanischen Inventar der Dorfkirche St. Maria und St. Willebrord gehören ein 2014 restaurierter Taufstein und ein hölzernes Kruzifixus, das zu den bedeutendsten romanischen Kunstwerken der Altmark zählt. Zahlreiche Grabdenkmale und Epitaphien erinnern an die Familie von Bismarck. Reichskanzler Otto von Bismarck wurde 1815 in Schönhausen geboren und in der romanischen Dorfkirche St. Maria und St. Willebrord getauft.

17 Wust

Wenige Kilometer von Bismarcks Geburtsort entfernt macht die Straße der Romanik einen Bogen zu den Dorfkirchen von Wust und Melkow mit ihrer typischen Jerichower Backstein-Architektur.

Dorfkirche Wust

Der spätromanische Backsteinbau in Wust aus der Zeit um 1200 gehört zu jenen Kirchen, denen die Jerichower Klosterkirche mit ihrer Architektur Modell stand. Das aus einem Schiff, einem eingezogenen quadratischen Chor und einer halbkreisförmigen Apsis bestehende Gotteshaus komplettiert der barock veränderte Westturm. An die Apsis schließt sich die Gruft der Familie Katte an (17./18. Jh).

18 Melkow

Unweit von Wust liegt die Ortschaft Melkow mit ihrer romanischen Dorfkirche

Dorfkirche Melkow

Der 2011 sanierte, vollständig unverputzte Backsteinbau in Melkow aus dem 12. Jahrhundert weist genau die typischen Gestaltungsmerkmale der Jerichower Kirchenarchitektur auf: flachgedecktes Schiff, quadratischer Chor, Apsis mit Halbkuppel, breiter Westturm. Das Innere zeigt sich schlicht romanisch. Zum Inventar gehört eine Sandsteintaufe (Anfang 13. Jahrhundert).

19 Jerichow

In Jerichow befinden sich zwei Objekte der Straße der Romanik: Das Kloster mit Klosterkirche und die Stadtkirche St. Georg. Die Jerichower Klosterkirche, die auch weiteren Sakralbauten der Region Vorbild war, bildet einen Höhepunkt der Nordroute der Straße der Romanik.

Kloster und Klosterkirche Jerichow

Die ehemalige Stiftskirche im Kloster Jerichow mit ihren hohen Türmen ist der älteste und gleichzeitig künstlerisch ausgereifteste Backsteinbau des altmärkischen Kulturraumes. Der Papst bestätigte 1159 die Gründung des Chorherrenstifts. 1552 wurde das Kloster aufgelöst und diente später als Domäne. Dem fortdauernden Zerfall der Stiftskirche gebot der Landeskonservator Ferdinand von Quast 1853-56 Einhalt. 1957-61 erfolgte eine erneute Restaurierung. 1998 mussten die Türme wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Nach deren Sanierung wurden 2003 auch das Kirchendach sowie die Holzdecke im Innenraum erneuert.

Romanische Säulen im Kloster Jerichow

Romanisches Gewölbe im Kloster Jerichow

Das Innere der Jerichower Klosterkirche wirkt feierlich streng, die einzelnen Baukörper sind klar voneinander getrennt und bilden doch eine Einheit. An der Südseite der Kirche liegen die Klausurgebäude wie z.B. das aufwendig gestaltete Sommerrefektorium und der zweischiffige Kapitelsaal.

Grundriss des Klosters Jerichow

Grundriss des Klosters Jerichow

Stadtkirche St. Georg Jerichow

Als spätromanischer Nachfolgebau eines bereits 1144 erwähnten Gotteshauses an gleicher Stelle gilt die um 1230 errichtete Jerichower Stadtkirche St. Georg. Aus Backsteinen entstand ein langgezogenes Schiff und ein eingezogener Rechteckchor. Turm und Apsis fehlen seit jeher. Die Atmosphäre im Inneren der Saalkirche bestimmen die Holzbalkendecke sowie die hölzerne Hufeisenempore aus dem 17. Jahrhundert.

20 Redekin

Von Jerichow führt die Straße der Romanik nach Redekin.

Dorfkirche Redekin

Der unter Jerichower Einfluss um 1200 errichtete Backsteinbau in Redekin besteht aus einem Schiff, einem Chor mit hoher Apsis und aus einem fünfgeschossigen Westquerturm. Im Inneren der Redekiner Dorfkirche blieb der rundbogige Triumphbogen romanisch erhalten. Ein kleines blockhaftes Bronzekruzifixus bekrönt den Altarschrein. Auch das Taufbecken ist romanisch.

Dorfkirche in Redekin

Die Dorfkirche Redekin

21 Altenplathow

Mit dem Figurengrabstein Hermann von Plothos in Altenplathow gehört nur ein Ausstattungsstück und nicht das Bauwerk zur Straße der Romanik.

Figurengrabstein Hermann von Plothos in Altenplathow

Einen der ältesten Figurengrabsteine des Elbe-Havel-Gebietes bewahrt die Kirche des Genthiner Ortsteils Altenplathow. Er ist vermutlich dem 1170 verstorbenen erzbischöflich-magdeburgischen Lehnsmann Hermann von Plotho gewidmet. Der romanische Grabstein wurde 1905 wieder entdeckt und entstammt dem vollständig ersetzten Vorgängerbau.

22 Burg

Zwei Bauwerke gehören in Burg zur Straße der Romanik: Die Oberkirche Unser Lieben Frauen und die Unterkirche St. Nicolai.

Oberkirche Unser Lieben Frauen

Von der erstmals 1186 erwähnten spätromanischen Basilika blieb vor allem der querrechteckige zweitürmige Westbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erhalten. Außerdem ist noch die halbkreisförmige Apsis am nördlichen Seitenschiff erkennbar.

Unterkirche St. Nicolai

Die größte romanische Granitbasilika östlich der Elbe erhebt sich in Burg mit der Unterkirche St. Nicolai (1162-1186). Weitestgehend unverändert blieb das monumental wirkende Kircheninnere. Allerdings verlor es durch die nachträgliche Einwölbung die romanischen Wandmalereien.

Grundriss der Unterkirche St. Nicolai in Burg

Grundriss der Unterkirche St. Nicolai in Burg

23 Loburg

Südöstlich von Burg verläuft die Straße der Romanik durch Loburg mit der gesicherten Ruine der Kirche unser Lieben Frauen.

Ruine der Kirche Unser Lieben Frauen Loburg

Die Ruine der Kirche Unser Lieben Frauen bietet heute ein geheimnisvoll-idyllisches Bild inmitten des kleinen Ortes Loburg. Von der einstigen Basilika blieben vor allem die Arkaden des Langhauses mit ihren in feiner Granitbautechnik ausgeführten Pfeilern erhalten.

24 Leitzkau

Zwei Objekte gehören in Leitzkau zur Straße der Romanik: die Stiftskirche Sancta Maria in monte und die Pfarrkirche St. Peter.

Stiftskirche Sancta Maria in monte Leitzkau

Artilleriebeschuss in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges hinterließ die ehemalige Prämontratenser-Stiftskirche Sancta Maria in monte Leitzkau als Ruine. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten vermitteln heute das mächtige Querschiff, das Langhaus und der Westbau in ihrer fragmentarischen Gestalt ein eindrucksvolles Bild von der einstigen Großartigkeit des romanischen Sakralbaus. Anstelle der Klausurgebäude erhebt sich heute das große Renaissance-Schloss der Familie von Münchhausen.

Romanisches Kapitell in der Sancta Maria in monte in Leitzkau

Romanisches Kapitell in der Stiftskirche Sancta Maria in monte Leitzkau

Grundriss der Stiftskirche Sancta Maria in monte in Leitzkau

Grundriss der Stiftskirche Sancta Maria in monte in Leitzkau

Pfarrkirche St. Peter Leitzkau

Die heutige Pfarrkirche St. Peter in Leitzkau bewahrt wesentliche Bauteile aus romanischer Zeit, so das Schiff, den Turm über dem ehemaligen nördlichen Querhausarm (Bekrönung von 1740), die Vierungsbögen zwischen Chor und Schiff sowie den rechteckigen Chor.

Grundriss der Pfarrkirche St. Peter in Leitzkau

Grundriss der Pfarrkirche St. Peter in Leitzkau

25 Pretzien

Die Dorfkirche St. Thomas in Pretzien mit ihren bedeutenden romanischen Wandmalereien ist die letzte Station auf der Nordroute der Straße der Romanik. Von hier geht es zurück nach Magdeburg, dem Ausgangspunkt für die Südroute.

Dorfkirche St. Thomas Pretzien

Der gut erhaltene romanische Saalbau aus einheimischem Quarzitgestein entstand um 1140 im Auftrag des Markgrafen Albrecht des Bären. Wandmalereien in Apsis, Chor und Schiff der Dorfkirche St. Thomas Pretzien - 1973 freigelegt, konserviert und farblich nicht ergänzt - stellen heute das wertvollste Zeugnis spätromanischer Wandmalerei in Mitteldeutschland dar.

Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

Der offizielle Reiseführer zur Straße der Romanik

Die Kurzbeschreibungen der interaktiven Karte zur Straße der Romanik sind in Anlehnung an den offiziellen Reiseführer "Auf der Straße Romanik durch Sachsen-Anhalt" entstanden, erschienen im Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode (ISBN 978-3-936185-94-2).
Im Buch finden Sie auf 272 Seiten die ausführlichen Beschreibungen zu den Bauwerken entlang der Straße der Romanik. Über 150 Farbfotos illustrieren die Texte. Außerdem enthält der Reiseführer detaillierte Straßenkarten, die gezielt zu den Romanik-Orten in Sachsen-Anhalt führen, sowie Grundrisse mit Nummerierung und Beschriftung, um die Orientierung in den Objekten der Straße der Romanik zu erleichtern.

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Schmidt-Buch-Verlag | Über uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.