Margaretenkirche Steinbach

Seit 2017 Straße der Romanik

Margaretenkirche in Steinbach

von Marion Schmidt

Baugeschichte und Architektur

Hinter dem Ortsausgang des heutigen Dorfes Steinbach in Richtung Bad Bibra steht die gut erhaltene spätromanische Margaretenkirche etwa aus der Zeit um 1220. In deutlich gestaffelter Weise reihen sich der quadratische Westturm, das rechteckige Schiff und der quadratische Chor mit halbkreisförmiger Apsis aneinander. Das sauber gequaderte Mauerwerk und die Schmuckformen in ihrer feinen Ausprägung zeichnen den Kirchenbau als ein Schulwerk der Naumburger Dombauhütte aus. Die Architekturgliederung von Apsis, Fensterlaibungen und Portalen hebt sich in seiner reichen und plastischen Ausbildung deutlich vom sonst bei Dorfkirchen üblichen Maß ab. So gestalten vier schlanke Säulen und ein Rundbogenfries mit unterschiedlich geformten Konsölchen die Apsis. Ähnliche Konsölchen zeigen sich am spitzbogigen Fries der Chorseitenwände. Ein Treppenfries umzieht den Chorgiebel.

Von den kleinen rundbogigen Fenstern der Kirche blieben die meisten in romanischer Form erhalten. Damit bewahren sie auch die besondere Ausführung der Laibungen. Sie werden jeweils von einem kräftigen Wulst begleitet, der auf attischer Basis mit Eckblättern liegt. Auffallend hoch sitzen die Fenster des Schiffs. Auffallend schön ist das rundbogige Säulenportal an der Südseite. Das vielgliedrige Sockelprofil umläuft das Portal, auf dessen Säulenschäften Kelchblockkapitelle mit Akanthusblattwerk ruhen. Entsprechende Kapitelle weisen auch die Türpfosten auf. Akanthusranken füllen das Tympanon des Portals aus. Vermutlich erst später entstand der Westturm, dessen achteckiger, verschieferter Aufsatz einschließlich Haube eine Ergänzung aus barocken Tagen ist.


Portal der Margaretenkirche in Steinbach
Innenausstattung

Schiff und Chor haben im Inneren eine flache Decke, wobei die erhaltenen Ecksäulchen mit Akanthuskapitellen im Chor auf eine ursprüngliche Einwölbung schließen lassen. Romanischen Ursprungs sind der rundbogige Triumph- und der Apsisbogen über profilierten Kämpfern. Die Ausstattung der Kirche entstammt jüngerer Zeit, so der Taufstein, die Kanzel aus Sandstein und der Schnitzaltar (nicht mehr vollständig) aus dem 16. Jahrhundert. Die teilweise figürlichen Grabsteine lassen sich ins 17. und 18. Jahrhundert datieren.

Entstehung von Kirche und Dorf

Steinbach selbst wurde bereits 952 erstmals urkundlich erwähnt und lag vermutlich direkt um die Kirche herum. Man nimmt an, dass das alte Dorf spätestens im 17. Jahrhundert vollständig zerstört und danach an heutiger Stelle neu aufgebaut wurde.


Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

Der offizielle Reiseführer zur Straße der Romanik

Mehr erfahren – mehr erleben – Kultur entdecken auf der Straße der Romanik.

Die Kurzbeschreibungen der interaktiven Karte zur Straße der Romanik sind in Anlehnung an den offiziellen Reiseführer "Auf der Straße Romanik durch Sachsen-Anhalt" entstanden, erschienen im Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode (ISBN 978-3-936185-94-2).
Im Buch finden Sie auf 272 Seiten die ausführlichen Beschreibungen zu den Bauwerken entlang der Straße der Romanik. Über 150 Farbfotos illustrieren die Texte. Außerdem enthält der Reiseführer detaillierte Straßenkarten, die gezielt zu den Romanik-Orten in Sachsen-Anhalt führen, sowie Grundrisse mit Nummerierung und Beschriftung, um die Orientierung in den Objekten der Straße der Romanik zu erleichtern.

Weitere Infos Zur Produktseite

Schmidt-Buch-Verlag | Über Uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.