St. Petri Seehausen

Seit 2017 Straße der Romanik

Bild St. Petri Seehausen

von Marion Schmidt

Beschreibung

Baugeschichte

Erst bei genauer Erkundung erfahren Besucher der Petrikirche, dass der heutige stattliche Backsteinbau Romanisches in sich birgt. Im späten 12. Jahrhundert erhob sich hier am heutigen Kirchplatz eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika, die ab 1174 als Verwaltungssitz des Bistums Verden Bedeutung erlangte. Nach dem Vorbild anderer großer Kirchen dieses Bistums, wie die Johanniskirche in Lüneburg oder die Marienkirche in Salzwedel, wurde St. Petri im 15. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. Sie nutzt alte Mauern des Vorgängerbaus und bewahrt damit die Ausmaße der Basilika. Der Triumphbogen stammt vom alten Langhaus. Kräftige Rundpfeiler und die Kreuzrippenwölbung bestimmen den heutigen Raumeindruck.

Die Arbeiten am imposanten Westbau mit den beiden 62 Meter hohen Türmen begannen bereits im 13. Jahrhundert, die Ausführung erfolgte schon in Backstein. Selbst für das um 1220 geschaffene, prächtige Portal in der Westwand verwendete man das vielfältig formbare, moderne Baumaterial. Vierfach gestuft erzielt das ehemalige Hauptportal der Kirche eine triumphale Wirkung. Einen schönen Kontrast zum roten Stein bilden die eingestellten Säulen aus Sandstein. Sie tragen Kelchblockkapitelle. Kurz unterbrochen von der durchgehend profilierten Kämpferzone setzt sich die harmonische Farb- und Materialgestaltung in den Archivolten mit unterschiedlich verzierten Backstein-Rundbögen und Sandstein-Wulstbögen fort. Die Kreuz- und Rundbogenfriese darüber scheinen den Kampf mit dem für die Gotik typischen spitzen Bogen aufnehmen zu wollen.

Die Marienkapelle

Direkt vor den Westbau setzte man 1486 in gleicher Breite die spätgotische Marienkapelle. Das Portal dient nunmehr als Zugang von der dreischiffigen Vorhalle in die Turmhalle. An deren Ostseite lassen sich romanische Spuren in Form einstiger Ansätze der früheren Basilika gut erkennen.

Besucher-Tipp: Türmerwohnung

Wer den Aufstieg zur 45 Meter hoch gelegenen Türmerwohnung nicht scheut, kann auf den Ort, das Elbtal und die nördliche Altmark schauen. Noch bis 1958 arbeitete und lebte der zuständige Türmer mit seiner Familien hier oben. Herausragende Ausstattungsstücke sind beispielsweise der sehr qualitätvolle Schnitzaltar (Anfang 16. Jh) und die barocke Kanzel von 1710/11.


Freunde und Förderer der Kirche St.Petri zu Seehausen e.V.

Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

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Die Kurzbeschreibungen der interaktiven Karte zur Straße der Romanik sind in Anlehnung an den offiziellen Reiseführer "Auf der Straße Romanik durch Sachsen-Anhalt" entstanden, erschienen im Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode (ISBN 978-3-936185-94-2).
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Schmidt-Buch-Verlag | Über Uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.