St. Mariae auf dem Münzenberg Quedlinburg

Seit 2017 Straße der Romanik

Bild Skelett Münzenberg Quedlinburg

von Marion Schmidt

Geschichte

Zum Gedenken an ihren verstorbenen Bruder Kaiser Otto II. gründete Äbtissin Mathilde auf dem Münzenberg, vis-à-vis dem Schlossberge, 986 ein Benediktiner-Nonnenkloster mit eigener Äbtissin, aber abhängig vom Reichsstift. Schon bald darauf begannen die Arbeiten an der Kirche St. Mariae. Aufgebrachte Bauern verwüsteten 1525 die Anlage. Das Kloster wurde aufgelöst und die Gebäude dem Verfall preisgegeben. Arme Menschen, wie Handwerker, Musiker und fahrende Gesellen, durften auf dem Sandsteinfelsen ihre Häuser errichten. Dabei nutzten sie vorhandene Mauern der Kirche ebenso wie einzelne Steine nach deren Abbruch, so dass kaum noch etwas sichtbar war.

Baugeschichte

In den zurückliegenden Jahren gelang es, Reste der Klosterkirche freizulegen und ein Museum zu eröffnen. Die dreischiffige Pfeilerbasilika besaß nach Osten ein apsidial geschlossenes Sanktuarium mit jeweils einem Nebenraum zu den Seiten. Die dreischiffige Krypta darunter blieb fast vollständig erhalten. Sie bewahrt über drei Pfeilerpaaren ihr Kreuzgratgewölbe. Auch die Krypta unter dem einstigen querrechteckigen Westbau ist heute wieder zugänglich. Ihr Kreuzgratgewölbe ruht auf kämpfer- und basislosen quadratischen Pfeilern. Einige Fensteröffnungen und die Tür in der Ostwand zum Nordschiff stammen aus ottonischer Zeit. Vom Langhaus allerdings künden nur noch Teile des nördlichen und des südlichen Seitenschiffs. Das Hauptportal – ein zweistufiges Rundbogenportal – wurde 1956 in die nur wenige hundert Meter entfernte Wipertikirche eingesetzt. Es gehört also von Beginn an zur Straße der Romanik. Die tragenden Säulen haben reich dekorierte Kelchblockkapitelle. Schwere Archivolte enden mit blattgeschmückten Schiffskehlen. Das Tympanon zeigt die thronende Maria mit Kind und zu beiden Seiten je eine weibliche Person.


Krypta auf dem Münzenberg

Die romanische Esse der Klosterküche ist in der Nachbarschaft der Klosterkirche zu bewundern. Archäologen stießen vor einigen Jahren auf mehrere Gräber, die samt Skeletten unter einem gläsernen Fußboden im Museum liegen. Wer genau hinsieht, entdeckt auch die Speerspitze im Brustkorb des einen Skeletts ...


Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

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Schmidt-Buch-Verlag | Über Uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.