Feldsteinkirche in Altjeßnitz

Seit 2017 Straße der Romanik

Feldsteinkirche in Altjeßnitz

von Marion Schmidt

Äußere Erscheinung

In sanfter Auenlandschaft der Mulde liegt südlich von Dessau-Rosslau Altjeßnitz. Ausflügler schätzen die weitläufige spätbarocke Schloss- und Parkanlage, in der ein Irrgarten für spannende Unterhaltung sorgt. In diesem alten Gutspark steht auch die romanische Feldsteinkirche aus der Zeit um 1200. Sie besteht lediglich aus einem kurzen Schiff und einem eingezogenen Chor mit halbkreisförmiger Apsis und besitzt noch ihre originalen rundbogigen Fenster. Der achteckige Dachreiter aus Holz mit spitzkegeligem Schieferdach erhebt sich seit 1872 auf dem Schiff.

Ausstattung

Im Inneren überspannt eine Flachdecke Schiff und Chor, die ein kämpferloser Triumphbogen miteinander verbindet. Der erste Blick des Besuchers geht wohl meist in Richtung Apsis. Die Wölbung bewahrt ikonografisch bedeutsame Malerei, nämlich aus der Bauzeit. Es handelt sich um die Darstellung des thronenden Christus in der Mandorla (mandelförmige Aura) und einer weiteren sitzenden Figur, vermutlich Maria. Neben Evangelistensymbolen erscheinen zudem Johannes der Täufer und ein Bischof. Lange Zeit blieb die Ausmalung unter Farbschichten verborgen, bis sie 1946 wiederentdeckt wurde.

Ein weiterer Schatz, wenn auch aus der nachfolgenden Kunstepoche, der Gotik, ist der kleine, goldenfarbige Schnitzaltar (Ende 15. Jahrhundert). Den Mittelschrein füllt fast vollständig eine Madonna auf der Mondsichel im Strahlenkranz aus. Auf den beiden schmalen Flügeln finden holzgeschnitzte farbige Figuren Platz, links Johannes der Täufer und die Heilige Dorothea (fehlt, 1949 gestohlen), rechts eine Heilige mit Krone (ohne Beigabe) und Jakobus der Ältere im muschelbesetzten Gewand. Die Rückseiten der Flügel zeigen Reste der ursprünglichen Bemalung.
Der grob geformte Taufstein, eine bäuerliche Holzschnitzarbeit, stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert.


Coverbild des Kunstreiseführers Auf der Straße der Romanik leicht nach hinten gestellt

Der offizielle Reiseführer zur Straße der Romanik

Mehr erfahren – mehr erleben – Kultur entdecken auf der Straße der Romanik.

Die Kurzbeschreibungen der interaktiven Karte zur Straße der Romanik sind in Anlehnung an den offiziellen Reiseführer "Auf der Straße Romanik durch Sachsen-Anhalt" entstanden, erschienen im Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode (ISBN 978-3-936185-94-2).
Im Buch finden Sie auf 272 Seiten die ausführlichen Beschreibungen zu den Bauwerken entlang der Straße der Romanik. Über 150 Farbfotos illustrieren die Texte. Außerdem enthält der Reiseführer detaillierte Straßenkarten, die gezielt zu den Romanik-Orten in Sachsen-Anhalt führen, sowie Grundrisse mit Nummerierung und Beschriftung, um die Orientierung in den Objekten der Straße der Romanik zu erleichtern.

Weitere Infos Zur Produktseite

Schmidt-Buch-Verlag | Über Uns

Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode ist ein typisches "Nachwende-Kind". Er wurde am 1. Juni 1990 durch das Journalisten-Ehepaar Marion und Thorsten Schmidt gegründet und seither von Ihnen als Familienbetrieb geführt. Das Programm zeichnete sich schon sehr früh durch eine klare Struktur aus: In dem unabhängigen Harzer Verlagshaus erscheinen Stadt-, Reise- und Wanderführer sowie touristische Sachbücher für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Region Harz wurden mehrere Bild-Text-Bände ediert. Außerdem vervollständigt ein umfangreiches kartografisches Programm für den Harz mit Wanderkarten, Fahrradkarten und Freizeitkarten das Verlagsangebot.
Für unsere Bücher beschäftigen wir engagierte und kompetente Autoren, die sich vor Ort auskennen und ihre Reiseführer regelmäßig aktualisieren. Die professionellen Fotos fertigen wir selbst. So ist jedes Buch made vor Ort. Für Sie.

Schmidt-Buch-Verlag | Straße der Romanik

Noch bevor das große Tourismus-Projekt "Straße der Romanik" eröffnet war, arbeitete der Schmidt-Buch-Verlag an einem Kunstreiseführer zu diesem Thema und erhielt im Zuge einer bundesweiten Ausschreibung durch das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts das Prädikat "Offizieller Kunstreiseführer" verliehen. Am 7. Mai 1993, dem Tag der Eröffnung der Straße der Romanik, lag das Werk dann vor.
Bis heute haben wir das Buch, das seit langem als Standardwerk zur Straße der Romanik gilt, mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Darüberhinaus unterstützen wir das gesamte Projekt auf mannigfaltige Weise. So erschien im Schmidt-Buch-Verlag bereits 1994 ein von uns initiierter Ergänzungsband "Links und rechts der Straße der Romanik" sowie eine geschichtliche Einführung. Über zehn Jahre gaben wir den Bildkalender "Die Straße der Romanik" heraus. Für dieses Engagement erhielt der Schmidt-Buch-Verlag 1999 den Romanik-Preis. Auch die aktuelle 11. Auflage entstand wieder mit viel Herzblut made vor Ort. Für Sie.